25. Tag – Abenteuerliche Wege nach Kalabrien

Um eine große Strecke abzukürzen, habe ich die Tourenplanung heute nicht für’s Rennrad sondern für’s Fahrrad gemacht – ein Fehler? Am Anfang ging es wieder über Stock und Stein (es war die einzige Möglichkeit über eine Bahnlinie rüberzukommen) und dann steht auf einmal sogar eine Flussdurchquerung an – Erinnerungen an Island kommen auf.

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Als ich endlich den richtigen Weg gefunden habe, kommt richtig gute Laune auf…;-)
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Augen zu und durch – eine Abkühlung können die Füsse immer vertragen

Ich tausche meine Schuhe gegen Badelatschen aus und schiebe das Bike durch den Fluß. Auf der anderen Seite merke ich, dass einer meiner Schuhe fehlt (eigene Schuld, ich hatte sie nicht gut genug befestigt). Er treibt im Wasser auf einen kleinen Abfluss zu. Mit einem Hechtsprung erwische ich ihn glücklicherweise noch, bevor er weggespült wird. Auch der Rest der ersten 15 Kilometer ist sehr abenteuerlich. Spaß macht das ganze schon, aber schnell voran kommt man nicht.

Überhaupt verläuft der Kurs heute im Zickzack und die italienische Straßenführung ist für unsereins oft schwer verständlich. Gut ausgebaute Straßen enden abrupt in der Landschaft und werden zum Feldweg.

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Tankstelle sucht Pächter
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Dieser Obstbauer hat seine Ware offensichtlich genau so schlecht gesichert, wie ich am morgen meine Schuhe

Zweimal werde ich genötigt, für ein paar Kilometer auf der Autobahn zu fahren, da es keinen Alternativweg gibt. Na ja, irgendwie kommt man doch ans Ziel und am Ende zählt, was man gesehen und geschafft hat…
Die Landschaft wird übrigens wieder merklich hügeliger, auch die Vegetation verändert sich und die kalabrischen Berge sind in der Ferne schon zu sehen.

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Die Flachetappen sind Vergangenheit
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Truck-Stop mit Meeresblick

Heut komme ich bis zur Ortschaft Trebisacce, da es hier in der Nähe keinen Zeltplatz gibt, gönne ich mir mal wieder den Luxus eines Zimmers:-)

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Trebisacce’s Stadtkern
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Diesem Fiat 500 begegne ich heute mindesten viermal
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Ich bin in Kalabrien angekommen. Im Hintergrund erstreckt sich die Stiefelspitze von Italien nach Südosten.

km: 86,43
Funfaktor (1-10): 7

4 Kommentare zu “25. Tag – Abenteuerliche Wege nach Kalabrien

  1. Was für ein Abenteuer!!! Also der Funfaktor steigt merklich an, wir Leser werden von deinen Touren wirklich mitgerissen.
    Die Flussüberquerung hätte ich auch gerne life gesehen🤓, insbesondere „Fishing the shoe“.

    Ich kann nur sagen, wenn du mal Tankwart werden willst, es gibt in Italien alle Möglichkeiten. Sag einfach Bescheid.

    Weiterhin eine gute Fahrt und morgen weniger Gegenwind. Grüße aus der S-Bahn!!!

  2. Lieber Sebel, das gestern war ja filmreif 😊. Möglichkeiten in Italien einen Job zu finden, scheint es ja auch zu geben. Ich finde, deine Reportagen werden immer spannender. Und die Fotos unterstreichen das Ganze noch. Die Zeit des Abenteuers geht nun bald vorbei und dann folgt der wohlverdiente Urlaub. Also auf zu neuen interessanten Eindrücken. Ich bin schon sehr gespannt. Viele Grüße Moni

  3. Einfach genial,was du alles erlebst:-) Bekomme langsam Fernweh bei den Bildern!!! Hab weiterhin viel Spaß…. Drücker

  4. 25.Mai 2017
    Lieber Sibi! Was für ein Abenteuer,genial.So jetzt kommt langsam Urlaub mit Fam.Prima viel Spaß und bis bald in Berlin.Viele Grüße aus Kaiserdamm.
    Gamini.

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